Die guten 10 Prozent im Blick behalten

Boris Grundl, den ich gestern Abend in einem Kurzvortrag erlebte, war nach einem lebensgefährlichen Sprung querschnitts-gelähmt. Er realisierte, dass 90 Prozent seines Körpers funktionsunfähig waren, aber 10 Prozent vom Hals bis zum Kopf funktionierten. Er traf die Entscheidung, sich um das zu kümmern und das zu entwickeln, das GUT und entwicklungsfähig war: die 10 Prozent.

So oft verlieren wir das Gute aus dem Blick!

Wir ärgern uns, wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir uns das wünschen. Wir zermartern uns den Kopf darüber, was wir alles nicht können und nicht in Angriff nehmen. Wir lassen uns den Tag versauen von dieser einen unmöglichen Person, obwohl wir ansonsten nur von netten Menschen umgeben sind.

Kennen Sie das auch? Ich schließe mich da gerne mit ein!

Hier meine 5 Tipps, wie Sie das Gute fest im Fokus behalten: 

… der Trick dabei ist, unsere Wahrnehmung gezielt auf das zu richten, was gut ist. Idealerweise sind das ja nicht nur 10 %, sondern der Anteil des Guten ist deutlich höher. Doch auch, wenn Sie gerade in einer schwierigen Lebenssituation stecken und das Negative überwiegt, gibt es einen gewissen Anteil an Gutem – und das will gesehen werden!

1. Tipp: Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst. 
Das Gute im Blick haben ist nicht gleich weiterentwickeln müssen. Das Gute im Blick haben, ist es die Stärken wahrzunehmen.

Notieren Sie einmal Ihre Stärken: Machen Sie sich bewusst, was Ihnen besonders liegt und was Sie gut können. Fragen Sie gegebenenfalls Ihre/n Partner/in oder eine Freundin. Machen Sie eine möglichst lange Liste!

Freuen Sie sich über Ihre Stärken. Achten Sie darauf, wie sie Ihnen im Alltag nützen. Setzen Sie sie noch gezielter ein. Und wenn Sie das nächste Mal nörgeln, dass Sie was nicht können, dann setzen Sie innerlich dagegen, was Sie GUT können. Einfach, um eine innerliche Balance herzustellen.

2. Tipp: Werden Sie sich klar darüber, was für ein toller Hecht Sie sind! 
Vergessen Sie das Negative am „Eigenlob“ und „Selbstverliebtheit“. Sich seiner tollen Eigenschaften bewusst zu sein und sich selbst zu lieben, sind zwei großartige Fähigkeiten! Also bitte mal ganz ehrlich sein. Was mögen Sie an sich? Warum sind Sie so eine tolle Frau/ Mutter/ Freundin/ Oma/ Kollegin … – Mann/ Vater/ Freund/ Opa/ Kollege … ?

Was gefällt Ihnen an Ihrem Aussehen? An Ihrer Art? Ziehen Sie mal so richtig umfassend Ihre persönliche Tollheitsbilanz!

3. Tipp: Blicken Sie zufrieden auf das, was Sie schon alles erreicht haben. 
Fast jeder von uns ist im Alltag so stark eingebunden, dass wir oft nur das sehen, was aktuell gemacht werden muss. Noch unangenehmer wird es, wenn wir auf das schielen, was nicht geklappt hat. Dann hadern wir mit nicht getroffenen Entscheidungen und verpassten Chancen. Hätt ich nur!

Richten Sie den Blick auf alles, was wunderbar geklappt hat. Was Sie erreicht haben! Klar können das gegenständliche Dinge sein, wie das Pferd, das Sie sich erarbeitet haben oder das gebaute Traumhaus. Aber es sind doch viel mehr Dinge, die sich über unser gesamtes Leben erstrecken: Der geschaffte Führerschein; die Souveränität, mit der Sie heutzutage im Berufsleben stehen; Ihre tolle Familie …

4. Tipp: Richten Sie Ihren Blick auf das, was Ihnen heute gut gelungen ist. 
Schenken Sie sich ab sofort jeden Abend zehn Minuten Zeit, in der Sie den Tag kurz Revue passieren lassen. Schreiben Sie auf: „Was ist mir heute besonders gut gelungen?“

Das kann eine Kleinigkeit sein, wie zum Beispiel einen leckeren Kuchen backen, das kann aber auch der Abschluss eines Projektes sein. Halten Sie es fest!

So ein tägliches Ritual ist sehr wichtig, wenn Sie das Gute kontinuierlich in den Fokus rücken möchten. Legen Sie sich doch ein Tages-Bilanz-Buch zu, so können Sie in unguten Tagen stolz darin blättern und sich damit motivieren!

5. Tipp: Seien Sie dankbar. 
Überlegen Sie sich regelmäßig – vielleicht einmal die Woche, am Freitag beim gemütlichen Feierabendbier oder Eistee auf der Terrasse: Wofür bin ich dankbar?

Einfach in Gedanken zufrieden dasitzen und den Fokus auf das liegen, was Sie in Ihrem Leben, in der Arbeit, in Ihrem Umfeld, an sich selbst werschätzen und sehr dankbar dafür sind.

Auf diese Weise bleibt das Gute im Leben fest im Blick!

4 Responses to Die guten 10 Prozent im Blick behalten

  1. Und hier noch einmal auf hochdeutsch ;-))

    Ja, das ist eigentlich ganz einfach: Auf das gucken, was man schon erreicht hat und was einem gut gelungen ist… und dankbar sein! Warum fällt uns das manchmal nur so schwer? Ich glaube, wir können es gar nicht genug wiederholen! Danke, Petra.

  2. Leonie Walter sagt:

    Wenn man die Geschichten von Boris Grundl verfolgt, weiß man plötzlich seeeehr genau, wie gut es einem eigentlich geht. Immerhin brauchen wir morgens nicht Stunden, um uns nur (!) die Socken anzuziehen!!! Ich habe sein Buch gelesen und kann es empfehlen.

    Liebe Petra, das was Du schreibst, ist in der Tag sehr wichtig für uns alle. Oft jammern die Menschen nur. Jeder fügt sich in sein Schicksal. Zu erkennen, was gut läuft, muss man allerdings auch wollen. Und dann bewusst fokussieren, um mehr davon zu bekommen! LG Leonie

  3. Liebe Ingrid, den ersten Kommentar hab ich weg genommen. Schön, dass Du noch mal auf „Hochdeutsch“ geschrieben hast 😉

    Es ist schon eine Weile her, dass ich über einen langen Zeitraum wirklich jeden Abend ein Ding herausgepickt habe, das mir besonders gut gelungen ist. Das hat mir gut getan und mich gestärkt. Was wirst Du wohl heute auswählen? Viel Spaß dabei.

  4. Hallo Leonie, hast Du das Buch gelesen „Steh auf“? Welch eine Ironie für ihn, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Boris Grundl wirkt stark und selbstbewusst und könnte sich natürlich grämen, dass er 5 Minuten braucht, bis er im Auto sitzt. Andere steigen ein und weg sind sie.

    Sich bewusst Zeit nehmen und beachten, was gut läuft ist das eine. Andererseits tut es natürlich auch gut mal von Herzen zu jammern. Das ist auch wichtig. Mit der besten Freundin. Und dann wieder herzhaft lachen, weil uns gleich wieder einfällt: guck mal, da bin ich doch klasse drin.

    Auf was legst Du heute den Fokus? Schönes Wochenende.

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