Wie halten Sie es mit der Macht?

Die 13. Ausgabe der WertePraxis ist nun unter dem Motto und dem Leitwert „Macht“ online zu lesen. Der Redaktionsleiter von WertePraxis, Ralph Schlieper-Damrich, fragte mich, ob ich mich mit einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe beteiligen mag.

Ich habe zum Thema “ Die Macht des eigenen Lebenstempos“ geschrieben.

Zuerst habe ich mich dem Thema über die LebensWerte-Karten von WertePraxis angenähert. Hier lesen wir zum Wert „Macht“: Zu bestimmen „wo es lang geht“ entspricht (derzeit) meinem Naturell.

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Lebenstempo so „wie es gerade lang geht“? Das eigene Lebenstempo entdecken und gestalten und souverän dazu stehen, das finde ich macht-voll. Wenn ich die Macht habe, dann bin ich frei und gestalte selbst. Ich bestimme ob ich eine lahme Ente oder ein schneller Gepard bin.

Wie denken Sie dazu? Lesen Sie auf Seite 24 in der aktuellen Wertepraxis meinen Beitrag.

Sie finden außerdem ein Interview mit Professor Dr. Uto Meier, Senator der Senator der Katholischen Universität Eichstätt. Außerdem lesen Sie über „Frauen und Macht“.

Wir freuen uns auf Sie und gerne auch über Ihr Leserinnen- und Leser-Feedback.

5 Responses to Wie halten Sie es mit der Macht?

  1. Liebe Frau Schuseil,

    die Frage: „Wie wirkt ein Mensch der Zeit hat?“ hat mich besonders angesprochen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser Mensch auf Anerkennung oft verzichten muß. Denn wer Zeit hat, der hat eben nichts anderes zu tun. Organisation und eine gute Zeiteinteilung stehen dabei nicht zur Debatte. Wichtig ist für mich jedoch ganz gezielt Prioritäten zu setzen. Ein verstopfter Terminkalender ist in meinen Augen ein hausgemachtes Problem, und muss nicht sein. Wir machen uns damit nur zum Spielball äußerer Zwänge bzw. wir folgen allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungen. Das individuelle Lebenstempo bleibt dabei leider auf der Strecke.

    Herzlichst Heike Barz-Lenz

    • Guten MOrgen Frau Barz-Lenz, schön, dass Sie die Frage „Wie wirkt ein Mensch der Zeit hat?“ besonders angesprochen hat. Ich stimme Ihnen zu: Anerkennung gibt es erstmal nicht, wenn ich Zeit habe. Vielleicht kassiere ich aber insgeheim ein bisschen Neid … oder doch den Impuls „ich will etwas verändern, so gelassen mag ich auch sein“. Ich freue mich, dass Sie das Bild des vollgestopften Terminkalenders nennen. Ich weiß, dass es vielen Menschen nicht möglich ist zu reduzieren. Zunächst jedenfalls. Sie wissen auch, dass es hausgemacht ist. Wenn man tiefer gräbt, werden die unbewussten Ziele klarer. Wenn ich aber die eigenen Werte ins Feld rücke und klären kann, was mir wirklich wichtig ist, dann ist Verzicht möglich und das eigene ganz individuelle Lebenstempo kann sich einstellen. Das heißt nicht unbedingt, dass alles langsamer werden muss, andere brauchen ja vielleicht einen Schups … aber wie wäre es heute am Sonntag Zeit zu haben für ein Telefonat mit einer lieben Freundin? Oder Zeit um endlich mal den Schrank aufzuräumen und die Winterklamotten zu lüften … Oder einfach mal gar nichts tun. Welche Prioritäten setzen Sie heute? In diesem Sinne. Schönen Sonntag.

  2. Heike Tharun sagt:

    Liebe Frau Schuseil, ich habe heute morgen über Ihren Beitrag nachgedacht. Was fällt mir zum Thema „Lebenstempo“ ein? Die Macht des eigenen Lebenstempos?

    Lebenstempo hat für mich, aus meinen Erfahrungen heraus, etwas zu tun mit Selbstbewusstsein, Prioritäten, Selbstachtung und Lebenspflege einerseits; andererseits mit Geduld, Vertrauen und Empathie.

    Dazu 3 Episoden:

    Meine Kinder sind nur 2 Jahre auseinander. Als der Jüngere zum Tragen zu schwer wurde, ich damals keinen Zwillingswagen bzw. ein Auto hatte und ich irgendwie den Alltag mit den zwei kleinen Kindern bewältigen musste, wurden Einkäufe zum Vormittag ausfüllenden Unternehmen: Der Jüngste kam in den Wagen und die zweijährige Tochter auf die eigenen Beine. Für lange Zeit bestimmte ihr Tempo den Weg zum Einkaufsladen und zurück. Für einen Weg, den sie heute in 15 Minuten abläuft (wenn sie joggt, noch schneller :-), brauchten wir damals über 2 Stunden. Schrittchen für Schrittchen. Und so viele Dinge waren zu entdecken. Da war Geduld gefragt. Damals habe ich Einkaufen mental einfach zu einer „Expedition“ umdefiniert. War auch nicht so schwierig, die Zeit war vorhanden, ich war damals (bewusst) nicht berufstätig. Spielräume und Prioritäten änderten sich später, das eigene Lebenstempo und das der Kinder unter einen Hut zu bringen, erforderte mehr Selbstbeschränkung (macht-volles Handeln) meinerseits. Eine schwere Übung für mich damals.

    Ich bin ein Mensch, der grundsätzlich in einem schnellen Tempo unterwegs ist. Immer vorne weg. Vor ein paar Jahren hat mir dann mein Körper so zu sagen eine Geschwindigkeitsbegrenzung an die Lebensautobahn gestellt. Mir wurde eine Grenze gesetzt. Es gibt Zeiten, da gehe ich hart an diese Grenze. 1,2,3 Tage. Höchstens. Niemals überschreite ich diese Grenze. Die Konsequenzen will ich nicht in Kauf nehmen (Beim Autofahren geblitzt zu werden, ist etwas anderes :-)).. Aus dieser Erfahrung heraus resultieren Selbstachtung, Lebenspflege, Prioritäten setzen. Zugegeben: eine Meisterin bin ich darin nicht; ich bemühe mich und übe… 🙂

    Vor einiger Zeit nahm ich an einer Schneeschuhwanderung mit rund 15 Personen teil. Die Wanderung begann mit einem Aufstieg. Nicht übermäßig steil, aber stetig nach oben. Ganz schön anstrengend. Ruck zuck bildete ich mit großem Abstand das Rücklicht der Truppe. Ich meisterte die Anforderung… in meinem Tempo. Für mich kein Problem. Für den Führer und den Rest der Mannschaft schon. Sie machten sich ziemlich Sorgen um mich. Immer wieder besorgte Blicke und Nachfragen, obwohl ich wiederholt signalisierte, dass alles im Lot sei. Unterm Strich war die Unternehmung für mich nicht so angenehm (nicht wg. der Anstrengung, sondern wg. den Reaktionen der anderen). Das eigene Lebenstempo erfordert also auch eine gute Portion Selbstbewusstsein und Selbstachtung.

    Die Macht des eigenen Lebenstempos? Nicht das Lebenstempo hat Macht über uns. Wir haben unser Lebenstempo in der Hand. Es kostet u.U. Verzicht, ein dickes Fell. Geduld und Vertrauen im Miteinander „macht“ es leichter, zu unserem eigenen Lebenstempo zu stehen.

    Einen schönen Sonntag!
    Heike Tharun

    • Hallo liebe Frau Tharun, wunderbar Ihre Geschichten, über die ich mich freue. Eine schnelle Antwort: Übung macht die Meisterin 🙂 … das erkenne ich deutlich auf Ihrem Lebensweg. Vor allem habe ich große Lust mit Ihnen auf eine Schneeschuhwanderung zu gehen … in die Rhön? Schönen Sonntag.

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