Auf Du und Du mit dem eigenen Lebenstempo: 20. Claudia Dietl – die Expertin für werteorientiere Kaltakquise

1. Stellen Sie sich doch bitte kurz meinen LeserInnen vor.

Ich bin seit 2004 selbständig als Coach und Trainerin und unterstütze Unternehmer dabei, in der Neukundengewinnung (der allseits „beliebten“ Kaltakquise) authentisch zu bleiben und gleichzeitig nachhaltige Strategien zu entwickeln um erfolgreich(er) zu sein. Mir reicht es dabei nicht, reine Verkaufsmethoden oder rhetorische Tricks zu vermitteln, ich setze auf eine klare Positionierung, Nutzenargumentation, Werte und Persönlichkeit. Mit diesen Themen beschäftige ich mich nicht nur in der Praxis mit meinen Kunden, ich habe mit meinem Buch „Ethisch handeln – erfolgreich verkaufen“ versucht, eine theoretische Grundlage zu bieten für mehr Authentizität und Werte im Verkauf.
In meinen Trainings behandle ich oft Themen, über die Verkaufstrainer selten sprechen: Werte, Unbehagen in Bezug auf das Verkaufen oder Glaubenssätze, die uns hindern, erfolgreich zu sein.
Mein Background ist bunt gemischt, kaufmännisches Fachabitur, Geisteswissenschaftliches Studium, Ausbildung zur Wirtschaftsmediatorin, langjährige Erfahrung in Vertrieb, Marketing und Kundenservice. Alles, was ich über das Verkaufen weiß, ist praxiserprobt und da ich nach wie vor selbst Kaltakquise für meine Kunden betreibe (am Telefon) habe ich immer noch ein Ohr am Markt, was ich sehr wichtig finde.

2. Was gehört für Sie zum Lebenstempo dazu?
Sich in unterschiedlichen Rhythmen zu bewegen, mal langsam, mal schnell, je nachdem, was gerade ansteht und was es gerade braucht.

3. Wie schnell empfinden Sie Ihr Lebenstempo auf einer Skala von 0 bis 10? Sind Sie mit Ihrem derzeit zufrieden?
Das ist ganz spannend, da ich an sich in vielen Bereichen sehr schnell bin. Aber in den letzten Jahren und auch heute lerne ich immer mehr zur Ruhe zu kommen. Damit sinkt das Tempo, aber die Intensität steigt und auch die Qualität dessen, was ich tue. Ich würde mich aber nach wie vor als schnell einstufen, ungefähr auf einer 8.

4. Wenn Sie etwas verändern könnten … was soll sich ab morgen ändern?
Dass alle Menschen erkennen, wie wunderbar und großartig sie sind, sprich dass sie anfangen, sich selbst in einem guten Licht zu sehen und sich so anzunehmen, wie sie sind und jeden Tag versuchen, diese wahre Größe und Liebe zu leben. Damit würde es automatisch weniger Konflikte, weniger Kriege und auch weniger Armut etc. geben.

5. Mit welchem Tier würden Sie Ihr Lebenstempo vergleichen?
Mit dem Eichhörnchen, flink, flexibel und voll Leichtigkeit, die Vorsorge (für den Winter) ernst nehmend, aber immer für ein Spiel mittendrin zu haben.

6. Gibt es ein Bild oder ein Musikstück, das Ihr Lebenstempo beschreibt oder das Ihnen hierzu spontan einfällt?
Wiener Walzer

7. Wie entschleunigen Sie am wirkungsvollsten? Was ist nützlich für Ihre Life-Balance? Worauf achten Sie besonders? 
Ich meditiere seit über 20 Jahren täglich und achte darauf genug Auszeiten einzulegen. So habe ich in meinen 7,5 Jahren Selbständigkeit stets mindestens 5 Wochen Urlaub pro Jahr gemacht. Wenn ich mehrere intensive Tage am Stück habe, gönne ich mir einen halben „Urlaubstag“, bzw. achte ich schon bei der Wochenplanung auf genügend Abwechslung.

8. Ich behaupte ja, wer seine Berufung gefunden hat, kann sein Lebenstempo entsprechend gestalten. Wie denken Sie dazu? 
Ja und Nein, wenn ich mir meine Situation ansehe, so bestimme ich schon sehr oft, was ich wann tue, aber eine Berufung mit Leben zu füllen, kann viele Herausforderungen bergen, deren Tempo sich nicht so einfach beeinflussen lässt.

9. Ich habe gelesen, dass wir Kriterien für das „Genug“ definieren müssen, um zeitsoverän zu werden. Was fällt Ihnen hierzu ein?
Ich finde es ganz wichtig, nicht zu vergleichen und für sich selbst zu definieren, was dieses genug bedeutet. Wer mit Begeisterung an der Sache ist, der hat eine andere Grenze als jemand, der gelangweilt oder gestreßt ist. Außerdem empfinde ich es als Krankheit unserer Gesellschaft, Menschen zu bewundern, die permanent 12-16 Stunden pro Tag arbeiten.

10. Was mögen Sie noch erzählen … ? Gibt es ein Motto, eine Lebensweisheit, die Sie uns verraten?
Mein Motto ist seit vielen Jahren „The best is yet to come“ (Das Beste steht noch bevor), damit fokussiere ich mich darauf, dass sehr viel Gutes hinter mir liegt, aber noch viel besseres vor mir. Und ich mache dabei die oftmals erstaunliche Erfahrung, dass es genauso ist. Ich schaue mit Mut nach vorn und mit Dankbarkeit zurück. Nicht, dass es in meinem Leben keine Schwierigkeiten gibt, weiß Gott nicht – das sage ich rückblickend auf eine Phase langer Krankheit. Aber ich finde jeden Tag ein Stück mehr zu mir, was mein Leben sehr bereichert und mich ermutigt, weiter voran zu gehen, egal wie schwer es manchmal zu sein scheint. Und ich versuche dabei in dem Tempo vorwärts zu gehen, das gerade „dran“ ist – als ungeduldige Natur übe ich hier immer noch.

Liebe Frau Dietl, vielen Dank für Ihre interessanten Antworten. Ich freue mich, dass ich Sie während unseres Netzwerknachmittags hier in Frankfurt kennenlernen durfte. Die Akquise ist jetzt ein Wort, dass mich nicht mehr kalt erwischt 😉 … Schönen Tag. Herzliche Grüße.

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