Auf Du und Du mit dem Lebenstempo: 13. Ralph Schlieper-Damrich

1. Stellen Sie sich doch bitte kurz meinen LeserInnen vor.

Ich bin Ralph Schlieper-Damrich. Am Niederrhein voller Lust geboren, mit einer Niederbayerin voller Glück verheiratet. Nach fröhlichen Jahren des Studierens dann von Herzen der Sprung ins Personal- und Bildungsmanagement . Arbeit in Großkonzernen und in der Politik. Wollte immer mehr führen als geführt zu werden. Auch deshalb die Gründung des eigenen Unternehmens Perspektivenwechsel 1999 und der Praxis für sinnzentrierte Psychotherapie nach Viktor E. Frankl in 2006. Mit beiden leiste ich durch Coaching, Training, Therapie, Ausbildung und Kulturberatung einen Beitrag dafür, dass Menschen sich nicht verfehlen.

2. Was gehört für Sie zum Lebenstempo dazu?

Wechseln zu können zwischen accelerando und calando. Verwirklichen zu können, was mir wesentlich ist. Ja sagen zu können, wenn andere Menschen Sinnvolles von mir erwarten.
Nein sagen zu können, wenn andere Menschen mir ihr Tempo vorschreiben möchten.
Und im Arbeitsprozess liebe ich es, mit Einzelpersonen zu arbeiten – das erleichtert es sehr, mich auf das Tempo meines Gesprächspartners einzustellen. Was im Coaching und in der Therapie üblich ist, habe ich auch auf Training und Ausbildung übertragen und damit unser Unternehmen als Pionier im Bereich niveauvoller Individual-qualifizierung positioniert.

3. Wie schnell empfinden Sie Ihr Lebenstempo auf einer Skala von 0 bis 10? Sind Sie mit Ihrem derzeit zufrieden?

Heute ist Sonntag, in zwei Stunden sind wir mit unseren Nachbarn zusammen zum Erzählen, Musikhören und Gläserklingen, da bin ich wohl gerade auf der Stufe 1. Morgen früh stehen einige Entscheidungen an, die keinen Aufschub erlauben, da erwarte ich von mir schon eine 7. Am Abend bin ich dann beim Bogenschießen. Wer da mit mehr als 2 unterwegs ist, kann an sich gleich zu Hause bleiben …. – also, es schwankt. Und das ist sehr gut so.

4. Wenn Sie etwas verändern könnten … was soll sich ab morgen ändern?

Dann würde ich mir gerne ein paar freundliche, wirklich profunde Menschen backen, die wie ich vieles dafür geben, das Gedankengut  Frankls auch in den Bereich des Managements zu führen. Die wenigen, die mir bekannt sind, sind leider alle räumlich recht weit weg und das erschwert den regelmäßigen Austausch. Aber da ich das nicht ändern kann, konzentriere ich mich auf das, was geht.

5. Mit welchem Tier würden Sie Ihr Lebenstempo vergleichen?

Die Katze, die sich gerade vor unserer Tür in der Sonne räkelt, dann aber mit einem Satz präsent ist, wenn es was zu entdecken – oder zu futtern – gibt, kommt meinem Lebenstempo schon sehr entgegen.

6. Gibt es ein Bild oder ein Musikstück, das Ihr Lebenstempo beschreibt oder das Ihnen hierzu spontan einfällt?

Die Ouvertüre von Tannhäuser. Und ‚Die Blankovollmacht‘ von Rene Magritte.

7. Wie entschleunigen Sie am wirkungsvollsten? Was ist nützlich für Ihre Life-Balance? Worauf achten Sie besonders?

Ich bin bekennender Donaldist. Entschleunigen, wenn es denn überhaupt einmal nötig ist, gelingt mir am besten mit einem guten Donald-Heft. Ansonsten meine ich, dass mir Vielfalt zur Balance gut tut. Wenn der Tag es mir ermöglicht, eine gute konzeptionelle oder operative Leistung für meine Kunden zu erbringen, mich in philosophische Gedanken zu vertiefen, Saxophon zu spielen, mit meiner Frau zu tanzen, unseren Garten zu pflegen, am neuen Buch zu schreiben, eine creolische Fischpfanne zu genießen …, dann mache ich mir zum Thema Balance wenig Gedanken. Und ich freue mich, dass so etwas in dieser Art eher öfter als seltener vorkommt.

8. Ich behaupte ja, wer seine Berufung gefunden hat, kann sein Lebenstempo entsprechend gestalten. Wie denken Sie dazu?

Ja, sicher. Aber mir ist etwas ganz anderes wichtiger. Die Kompetenz, sich trennen zu können, von Dingen, Beziehungen und Themen hat mir in meinem Leben bislang gute Dienste geleistet, um zu dem Tempo zu kommen, das mir entspricht. Ich vertrete die These, wer sich zu sehr an zu vieles bindet, der folgt irgendwann unbewussten Uhren.

9. Ich habe gelesen, dass wir Kriterien für das „Genug“ definieren müssen, um zeitsouverän zu werden. Was fällt Ihnen hierzu ein?

Genau, jetzt ist es genug, denn ich komme zum Ende.

10. Was mögen Sie noch erzählen … ? Gibt es ein Motto, eine Lebensweisheit, die Sie uns verraten?

Von Grönemeyer: Das Leben kommt von vorn.
Von Frankl: Man muss sich von sich selbst nicht alles gefallen lassen.
Von mir: Ich mache mir ein Problem, wenn ich es habe.
Für Sie und Ihre Leserinnen und Leser: Danke !

Hach, Herr Schlieper-Damrich, vielen Dank! Gerne denke ich an unser persönliches Kennenlernen und inspirierendes Gespräch in Ffm-Hoechst zurück. Ja, wäre ich in Ihrer Nähe, dann … ich habe viel von Ihnen gelesen und gelernt: Das Werte-Coaching. Und eigentlich passt das Genius-Coaching auch hervorragend zu Frankl’s Sinntheorie: Mit welchem Sinn bin ich auf dieser Welt?

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