Auf Du und Du mit dem Lebenstempo: 12. Roland Kopp-Wichmann

1. Stellen Sie sich doch bitte kurz meinen LeserInnen vor.

Ich bin Roland Kopp-Wichmann, habe einen ziemlich bunten Berufsweg vom Bankkaufmann, EDV-Operator, Werbetexter, Versicherungsvertreter, zweiter Bildungsweg und mit 27 Psychologiestudium. Seit vielen Jahren arbeite ich als Psychotherapeut und Trainer von Persönlichkeitsseminaren.

2. Was gehört für Sie zum Lebenstempo dazu?

Zu meinem Lebenstempo gehören die beiden Polaritäten, „sehr langsam“ und „sehr schnell“ dazu. Durch viele Meditationserfahrungen und auch das Einbeziehen der inneren Achtsamkeit in meine therapeutische Arbeit sowie in die Seminare kenne ich gut das „Nichtstun“ bzw. das ruhige Abwarten, bis etwas auftaucht. Auf der anderen Seite entwickle ich oft durch meine verschiedenen Aktivitäten in meinen Blogs, Websites und Twitter ein enormes Tempo.

3. Wie schnell empfinden Sie Ihr Lebenstempo auf einer Skala von 0 bis 10? Sind Sie mit Ihrem derzeit zufrieden?

Mit den oben beschriebenen Schwankungen würde ich es bei sieben einordnen. Ich könnte es mir aber auch noch um einiges ruhiger vorstellen. Gerade schreibe ich dies im Urlaub an der sonnigen Algarve. Keine Termine, kein Telefon und obwohl ich morgens um sechs Uhr hier aufstehe, vergeht die Zeit wunderbar langsam. Ich komme mehr zum Nachdenken, in die Gegen schauen, zum Lesen und Schreiben.

4. Wenn Sie etwas verändern könnten … was soll sich ab morgen ändern?

Für die Welt fallen mir natürlich viele Änderungsvorschläge ein. Doch weiß ich genug um die Bedingtheit der menschlichen Existenz und dass Verbesserungsvorschläge meist Konsequenzen haben, die wiederum Nachteile haben, deswegen lasse ich das. Für mich persönlich darf bitteschön alles gerade so bleiben wie es ist.

5. Mit welchem Tier würden Sie Ihr Lebenstempo vergleichen?

Am meisten mir einem Braunbären. Die können – was ich so weiß – lange faul herum liegen, wenn Sie aber hinter was her sind, auch sehr ausdauernd dem nachjagen.

6. Gibt es ein Bild oder ein Musikstück, das Ihr Lebenstempo beschreibt oder das Ihnen hierzu spontan einfällt?

Gut dazu passt die CD von dem Jazz-Pianisten Bill Evans „From Left To Right.“

7. Wie entschleunigen Sie am wirkungsvollsten? Was ist nützlich für Ihre Life-Balance? Worauf achten Sie besonders?

Ich halte meine Wochenenden seit ein paar Jahren „arbeitsfrei“, d.h. keine Seminare oder sonstiges. Aber an Wochenenden lese ich viel und schreibe meine Blogartikel. Das ist für mich immer wieder entspannend.

8. Ich behaupte ja, wer seine Berufung gefunden hat, kann sein Lebenstempo entsprechend gestalten. Wie denken Sie dazu?

Das sehe ich ähnlich. Wenn man seine Berufung gefunden hat, empfindet man vieles nicht als Arbeit, auch wenn es das praktisch ist. Das hat etwas mit der inneren Haltung zu tun. Es ist meistens nichts anstrengend, sondern einfach interessant.

9. Ich habe gelesen, dass wir Kriterien für das „Genug“ definieren müssen, um zeitsouverän zu werden. Was fällt Ihnen hierzu ein?

Ja, vor allem wenn man wie ich selbständig ist, und es keine fest definierten Arbeitszeiten gibt, muss man sich selbst die Grenzen setzen. In unserer westlichen Kultur sind ja „Grenzen“ nicht so gut angesehen. Wir sind mehr am Überschreiten von Grenzen interessiert. Egal ob im Sport, in der Wirtschaft oder im persönlichen. „Alles ist möglich“ oder „Geht nicht, gibt’s nicht“ sind die Slogans dazu. Als wäre das Erreichte nicht gut genug und als würde das „schneller, höher, weiter“ einen zufriedener machen. Die Illusion ist sehr hartnäckig.

Beim Definieren dieses „Genug“ hilft einem aber das Alter, finde ich.

10. Was mögen Sie noch erzählen … ? Gibt es ein Motto, eine Lebensweisheit, die Sie uns verraten?

Ein Satz, den ich manchmal mit Klienten verwende und der mir selbst im Leben eine Richtschnur geworden ist, lautet: „Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“
Mit diesem Satz kann man gut unterscheiden, was einem wirklich wichtig ist. Alles andere sind Ausreden.

Hallo lieber Roland, schön Sie hier bei mir im Blog „zu haben“ :-). Das Bild des Braunbären gefällt mir SEHR gut. Weiterhin schöne Urlaubstage.

Und hier ist der Link für alle, die „RKW“ auf seiner Homepage oder im Blog kennenlernen möchten http://www.kopp-wichmann.de/

Und hier geht’s zum Buch: Ich kann auch anders, das ich vor einiger Zeit rezensiert habe.

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